seltene, chronische Hauterkrankung mit Blasenbildung in der Oberhaut. Es gibt zahlreiche Formen des Pemphigus, die häufigste ist der Pemphigus vulgaris, welcher bevorzugt zwischen dem 30. bis 60. Lebensjahr auftritt und unbehandelt tödlich verläuft.
Ursache: Die Ursache des Pemphigus vulgaris ist unbekannt, die Entstehung der Blasen jedoch geklärt. Die Betroffenen bilden Antikörper gegen die Kittsubstanz zwischen den einzelnen Zellen der Oberhaut. Dies führt dazu, dass die Hautzellen ihren Zusammenhalt verlieren und Blasen entstehen.
Befund: Es zeigen sich wasserklare, schlaffe Blasen auf vorher unveränderter Haut oder auf den Schleimhäuten, v. a. in der Mundhöhle. Die Blasen platzen rasch, sodass nässende Hautstellen entstehen, auf denen sich dann nach dem Eintrocknen Krusten bilden. Die Abheilung erfolgt meist ohne Narben. Es besteht wenig Juckreiz. Die Veränderungen in der Mundhöhle können jedoch zu starken Schmerzen beim Essen führen, daher magern die Kranken oft sehr ab. Zur Diagnostik werden die Antikörper im Blut und in der Haut (nach Gewebeentnahme) nachgewiesen. Das Nikolski-Phänomen ist positiv, d. h., das Reiben der Haut führt zur Blasenbildung.
Behandlung: Durch die Einnahme von Kortisonpräparaten oder Mitteln zur Dämpfung des Immunsystems (Immunsuppressiva) soll die Autoimmunreaktion unterdrückt werden. Allerdings wird dadurch auch die Abwehr des Körpers geschwächt, sodass nicht selten Infektionen (z. B. Lungen- oder Mittelohrentzündungen) auftreten.
Um das Entstehen neuer Blasen nicht zu provozieren, empfehlen sich weites Schuhwerk und gut sitzende, nicht einengende Kleidung. Scharfe Nahrungsmittel sollten bei Befall der Mundschleimhaut gemieden werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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