Erkrankung der Frau mit Bildung zystischer Hohlräume beider Eierstöcke, hormonellen Störungen und daraus resultierenden typischen Befunden. Das Stein-Leventhal-Syndrom betrifft Frauen zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr.
Ursache: Zugrunde liegt eine Störung der Regelkreise bzw. der Wechselwirkungen zwischen Eierstock und Hypophyse. FSH ist erniedrigt, wohingegen LH erhöht ist. In den Eierstöcken werden verstärkt Östrogene und männliche Hormone produziert.
Befund: Bei den betroffenen Frauen bleiben Eisprung und Regel aus, es kommt zu einer Vermännlichung (v. a. des Behaarungstyps), evtl. auch zu Haarverlust, Akne sowie Unfruchtbarkeit und Übergewicht. Die Eierstöcke sind grau und derb, auf das Zwei- bis Fünffache vergrößert und mit zahlreichen, oft kirschkerngroßen Follikelzysten durchsetzt (polyzystische Ovarien).
Behandlung: Die hormonelle Therapie richtet sich nach den Wünschen der Betroffenen. Besteht Kinderwunsch, kann der Eisprung medikamentös durch ein Antiöstrogen ausgelöst werden. Sonst kann die Gelbkörperphase des Menstruationszyklus mit Gestagenen unterstützt werden oder es werden kombinierte Ovulationshemmer verabreicht, um Menstruationsstörungen zu verhindern. Die Symptome der Vermännlichung werden mit Antiandrogenen behandelt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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