Der fette Sonntagsbraten und ein Gläschen zu viel – wer kennt nicht die Beschwerden danach: Es drückt im Magen, brennt in der Brustbeingegend, mitunter bis in den Rachen hinauf. Oft kommt etwas Säure mit hoch, manchmal sogar ein Teil der halbverdauten Speise, vor allem, wenn der Gürtel zu eng sitzt oder man sich bückt. Das unangenehme Sodbrennen, das so ein Reflux (lateinisch für „Rückfluss“) auslöst, legt sich häufig schnell wieder. Am besten hilft ein Verdauungsspaziergang, das Mittagsschläfchen weniger. Denn sich flach hinlegen verstärkt Brennen und Aufstoßen nur. Wer einem üppigen Essen dann ein paar Tage mit leichter Kost (fettarm, kein Alkohol) folgen lässt, hat meist keine Probleme mehr.
Manche verspüren Sodbrennen aber auch, wenn sie länger nichts essen und richtig hungrig sind. Anderen wiederum schlagen Stress und Kummer auf den Magen und fördern den schmerzenden Rückfluss. Einige leiden weniger unter brennenden Schmerzen, sondern sind heiser, müssen sich häufig räuspern oder – vor allem morgens – immer wieder husten. Sodbrennen ist auch für viele Schwangere ein Problem, wenn das Kind auf den Magen drückt, meistens im letzten Drittel der Schwangerschaft. Außerdem wirken sich die erhöhten Hormonspiegel auf die Elastizität vieler Gewebe aus. So wird auch der Schließmuskel an der Speiseröhre etwas „lockerer“.
Stellt sich Sodbrennen nur ganz gelegentlich ein und kommen keine anderen Beschwerden dazu, gilt es meist als harmlos. Dann heißt es vor allem, fette und süße Speisen sowie Getränke meiden, die den Magen reizen, sich bequem kleiden und Stress abbauen. Manchmal helfen zusätzlich Antazida, säurebindende Medikamente. Sie sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich, ebenso wie sogenannte Protonenpumpenhemmer, die für kurze Zeit bei stärkeren Beschwerden angezeigt sind. Wer jedoch regelmäßig mit Sodbrennen oder unklarem Reizhusten zu tun hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Denn wenn ein Reflux nicht angemessen behandelt wird, können sich die Beschwerden verschlimmern und ernstere Störungen nach sich ziehen.
Sodbrennen ist das Hauptsymptom für eine Rückflusskrankheit, in der Fachsprache gastroösophageale Refluxkrankheit genannt. Sehr oft kommt Aufstoßen von saurem Magensaft dazu. Auch Aufstoßen ohne Säure ist möglich. Stellt sich Sodbrennen häufig, mindestens einmal in der Woche, ein, ist meist eine Refluxkrankheit die Ursache. Leitsymptom und Krankheit sind dabei so eng miteinander verbunden, dass sie oft gleichgesetzt werden.
Hauptursachen von Sodbrennen
Lebensstil
Krankhafte Ursachen oder Folgeerkrankungen
Eine Refluxkrankheit geht häufig mit einer Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) einher. Wird sie nicht behandelt, können sich Geschwüre und Vernarbungen bilden. Ein Barrett-Ösophagus ist eine mögliche Komplikation hiervon. Das Gewebe verändert sich entzündlich und entwickelt Merkmale einer Krebsvorstufe. Die Krebsgefahr ist somit erhöht. Wie es zu Sodbrennen kommt, zeigt das nächste Kapitel auf. Die weiteren Abschnitte geben einen Überblick über die wichtigsten Krankheiten, die einmal Sodbrennen auslösen, und zum anderen infolge chronischer Refluxbeschwerden entstehen können (siehe Kapitellinks oben).
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de;
30.09.2009, aktualisiert am 30.01.2012
Bildnachweis: W&B/Martin Ley
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung